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Die Hochwasserversicherung im Überblick

Das Wetter in Deutschland wird immer extremer. In vielen Regionen des Landes drohen Jahr für Jahr Überschwemmungen, die an Gebäuden enorme Schäden verursachen können. Da eine klassische Wohngebäudeversicherung keine Leistungen bei Hochwasser bietet, sollten Hausbesitzer einen zusätzlichen Versicherungsschutz vereinbaren und auch Elementarschäden abdecken.

  1. Die Hochwasserversicherung im Überblick
  2. Die Leistungen der Hochwasserversicherung
  3. Die Vorteile der Hochwasserversicherung
  4. Für wen die Hochwasserversicherung sinnvoll ist
  5. Die individuelle Ausgestaltung des Versicherungsschutzes

1. Die Hochwasserversicherung im Überblick

Hochwasser kann bei vielen Flüssen auftreten. Vor allem extreme Wetterlagen mit tagelangem Regen können dafür sorgen, dass selbst kleinere Flüsse und Bäche über die Ufer treten. Hiervon können sogar Regionen betroffen sein, die bislang nicht als „Hochwassergebiet“ eingestuft wurden.

Wird das Haus überflutet, werden nicht nur die sich im Inneren befindlichen Möbel und Elektroartikel beschädigt, auch das Haus kann enormen Schaden nehmen. So greift das Wasser schon nach kurzer Zeit die Bausubstanz an, bei einer längeren Überflutung kann es sogar zu irreparablen Schäden kommen. Besteht kein Hochwasserschutz, müssen Immobilienbesitzer die entstandenen Kosten aus eigener Tasche finanzieren. Eine Familie, die noch immer den Kredit ihrer Bank abzahlt, ist hiermit meist überfordert. Daher ist es wichtig, die Wohngebäudeversicherung um einen Hochwasserschutz zu erweitern. Die Versicherungen bieten hierfür die Elementarschaden-Police, die jedoch nicht mehr überall zu haben ist.

Sollte das Risiko für Überschwemmungen sehr hoch sein, wird die Versicherung den Vertrag ablehnen oder enorm hohe Versicherungsprämien fordern, die wiederum nicht bezahlbar sind. Solange die Versicherung also den Elementarschutz noch anbietet, sollte dieser unbedingt abgeschlossen werden.

2. Die Leistungen der Hochwasserversicherung

Wird ein Haus überflutet, wird die Wohngebäudeversicherung sofort eintreten, sofern Versicherungsschutz bei Hochwasser besteht. Sie trägt in diesem Zusammenhang zum einen natürlich die Kosten für die Reparatur der Immobilie. Hierzu gehören neben der Trockenlegung auch die Ausbesserung des Mauerwerkes sowie sonstige Reparatur- und Renovierungsmaßnahmen. Zu beachten ist hierbei, dass der Hausrat im Rahmen einer Wohngebäudeversicherung in aller Regel nicht versichert ist. Hierzu sollte eine separate Hausratversicherung abgeschlossen werden, die auf Wunsch ebenfalls mit einem Schutz bei Hochwasser kombiniert werden kann.

Sollte das Haus während der Zeit der Renovierungsarbeiten unbewohnbar sein, wird die Versicherung die Unterkunft in einem Hotel oder einer Pension übernehmen. Da bei einer Überschwemmung nicht nur Schäden an der Immobilie entstehen, sondern das Wasser auch abgepumpt werden muss, trägt die Versicherung natürlich auch diese Kosten.

Die Leistungen der Hochwasserversicherung:

  • Reparatur der durch das Hochwasser entstandenen Schäden
  • Zahlung der Kosten für eine externe Unterkunft, falls nötig
  • Übernahme von Aufräum- und Entsorgungsarbeiten
  • Übernahme aller Schäden, die mit dem Hochwasser in Verbindung stehen

Gleiches gilt für Kosten, die für die Säuberung des Hauses aufgewendet werden müssen. Ist durch das Hochwasser Öl aus dem Öltank des Hauses ausgelaufen und hat angrenzende Grundstücke verschmutzt, wird die Versicherung auch diese Kosten übernehmen. Wichtig ist in jedem Fall, dass Hausbesitzer alle Schäden umfassend dokumentieren und einen Zusammenhang zum Hochwasser herstellen.

3. Die Vorteile der Hochwasserversicherung

Die enormen Überschwemmungen im Jahr 2013 haben gezeigt, dass zahlreiche Hausbesitzer gegen Hochwasser nicht versichert sind. Wer jedoch einen entsprechenden Versicherungsschutz nachweisen konnte, musste neben den psychischen Belastungen, die eine solche Überschwemmung mit sich bringt, keinerlei finanzielle Belastungen fürchten. Die Versicherung hat die Schäden getragen und dafür gesorgt, dass die Gebäude kurzfristig wieder bezogen werden können. Hausbesitzer also, die einen entsprechenden Versicherungsschutz wählen, brauchen Hochwasser oder extreme Wetterlagen nicht mehr fürchten. Wichtig ist jedoch, sich möglichst frühzeitig für die Hochwasserversicherung zu entscheiden, denn viele Versicherungsunternehmen haben diese bereits aus ihrem Programm genommen. Wer jedoch den Vertrag bereits abgeschlossen hat, kann auch weiterhin hiervon profitieren.

Die Vorteile der Hochwasserversicherung

  • Umfassender Versicherungsschutz bei Hochwasser
  • Übernahme aller Kosten, die mit dem Hochwasser in Zusammenhang stehen
  • Versicherungsschutz bleibt bestehen, auch wenn die Hochwasserversicherung nicht mehr angeboten wird
   

4. Für wen die Hochwasserversicherung sinnvoll ist

Noch vor einigen Jahren haben Versicherungsexperten nur wenigen Hausbesitzern geraten, eine zusätzliche Elementarschadenversicherung zu vereinbaren. Lediglich Menschen, die in ausgewiesenen Hochwassergebieten wohnen, sollten einen solchen Vertrag abschließen. Die extremen Wetterlagen der vergangenen Jahre haben jedoch gezeigt, dass eine solche Unterteilung nicht mehr sinnvoll ist. Auch Regionen, in denen mehrere hundert Jahre kein Hochwasser mehr aufgetreten ist, müssen jetzt damit rechnen. Da eine Elementarschadenversicherung auch Schäden durch Schneedruck, Lawinen und Erdbeben bietet, sollte also jeder Hausbesitzer diese in seinen Versicherungsvertrag aufnehmen. Die geringen Mehrkosten stehen in keinem Verhältnis zu einem etwaigen Schaden.

5. Die individuelle Ausgestaltung des Versicherungsschutzes

Eine Hochwasserversicherung wird als Elementarversicherung als Zusatzversicherung für die Wohngebäude- oder die Hausratversicherung angeboten. Individuelle Ausgestaltungen sind hierbei allerdings häufig nicht möglich. In jedem Fall schützen diese Versicherung nicht nur bei Hochwasser, sondern auch bei Lawinen, Erdrutsch oder Überschwemmungen. Wer sich also gegen diese Gefahren absichern möchte, sollte den entsprechenden Versicherungsschutz vorbehaltlos vereinbaren.

Wer kann eine Hochwasserversicherung abschließen?

Nur die wenigsten Gebäude in Deutschland können nicht gegen Hochwasser versichert werden. Die Versicherungen teilen Objekte in vier Gefährdungsklassen ein, die sich danach richten, wie oft ein Haus durchschnittlich von Hochwasser betroffen ist. Gar keine Probleme beim Abschluss einer Hochwasserversicherung gibt es für Hausbesitzer, die seltener als einmal in 10 Jahren Hochwasser zu befürchten haben. Bei Objekten, die häufiger von Überflutung bedroht sind, kann ein Gespräch mit der Versicherung über gesonderte Konditionen nötig sein. Hier lohnt es sich, mehrere Angebote einzuholen, da die Versicherungen unterschiedlich kalkulieren. Obwohl das Risiko für Hochwasser durch Starkregen und über die Ufer getretene Flüsse in Deutschland steigt, haben nur 32 Prozent der Haushalte in Deutschland eine Elementarschadenversicherung, die bei Hochwasser für die Schäden aufkommt. Dabei sind die Kosten meist überschaubar.

Was sind die Hochwasserregionen in Deutschland?

Die größten Risiken in Deutschland bestehen auch zukünftig an den Ufern der großen Flüsse wie Donau, Elbe, Oder oder Rhein. Niemand wird die Bilder der Hochwasser-Katastrophen von 1997 an der Oder, von 2002 im Elbegebiet oder von der Jahrhundertflut in Bayern 2013 vergessen. Nach einer Studie, die der GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft) in Auftrag gegeben hatte, wird die Zahl der Schäden durch Flussüberschwemmungen und Sturzfluten bis Ende des Jahrhunderts mindestens auf das Doppelte steigen.

Laut Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft gelten die allerwenigsten Gebäude trotzdem als nicht versicherbar.