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Die Glasversicherung im Überblick

Die Glasversicherung, die oft auch als Glasbruchversicherung bezeichnet wird, ist ein eigenständiger Versicherungsvertrag, der sowohl zusammen mit einer Hausrat- wie auch einer Wohngebäudeversicherung abgeschlossen werden kann. Die Glasversicherung lohnt sich vor allem dann, wenn zahlreiche Glasfronten vorhanden sind, die bei einer Beschädigung hohe Kosten verursachen würden.

  1. Die Glasversicherung im Überblick
  2. Die Leistungen der Glasversicherung
  3. Die Vorteile der Glasversicherung
  4. Für wen die Glasversicherung sinnvoll ist
  5. Die individuelle Ausgestaltung des Versicherungsvertrages
  6. Bei welchen Glasschäden greift welche Versicherung?

1. Die Glasversicherung im Überblick

Glas ist ein edler Werkstoff, der in zahlreichen Wohngebäuden zum Einsatz kommt. Wird die Versicherung zusammen mit der Wohngebäudeversicherung abgeschlossen, gilt sie für jegliche Gebäudeverglasung. Neben den Fenstern gehören hierzu auch die Scheiben von Türen sowie von fest mit dem Gebäude verankerten Wintergärten. Letztere sind vor allem bei Starkwind sowie bei Hagel sehr anfällig und sollten unbedingt separat geschützt werden.

Ob und in welchem Maße Glasschutz auch für bewegliche Sachen, etwa Vitrinen oder Glastische besteht, muss individuell geklärt werden. Derartige Gegenstände müssen ggf. zusätzlich über die Hausratversicherung abgedeckt werden. Zudem gilt, dass die Wohngebäude- sowie die Glasversicherung für sämtliche Schäden aufkommt, die am Versicherungsort entstehen. Werden bewegliche Sachen entfernt, gilt der Versicherungsschutz grundsätzlich nicht mehr.

2. Die Leistungen der Glasversicherung

Tritt der Versicherungsfall ein, also werden Glasscheiben am Haus zerstört, wird die Versicherung umgehend leisten. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass die Versicherung wirklich nur dann zur Zahlung verpflichtet werden kann, wenn das Glas tatsächlich zerbrochen ist. Kratzer oder Schrammen zählen in diesem Fall nicht, sodass diese auch nicht ersetzt werden. Grundsätzlich ersetzt die Glasversicherung ausschließlich Scheiben, die fertig eingesetzt und montiert wurden sowie Platten und Spiegel aus Glas. Auch künstlerisch bearbeitete Glasscheiben gehören zum Versicherungsumfang.

Die Leistungen der Glasversicherung beziehen sich in erster Linie auf den Erstattungswert für die defekten Glasscheiben. So haben Versicherungsnehmer die Möglichkeit, den defekten Gegenstand neu zu beschaffen oder neue Fensterscheiben einsetzen zu lassen.

Sollten durch den Bruch der Glasscheibe Aufräum- oder Entsorgungskosten anfallen, werden auch diese in den meisten Fällen ersetzt. Letztlich wird die Versicherung auch dafür sorgen, dass bei defekten Glasscheiben eine Notverglasung erfolgt. So können die Öffnungen vorläufig geschlossen und weitere Schäden vermieden werden. Weitere Leistungen, etwa das Liefern und Montieren der neuen Scheiben oder die Beseitigung von Folgeschäden müssen separat vereinbart werden.

Die Leistungen der Glasversicherung im Überblick:

  • Ersatz der defekten Glasscheiben
  • Einsetzen einer Notverglasung
  • Kosten für das Abfahren und Entsorgen der defekten Glasscheiben
  • Zusätzlich versicherbar: Liefern und Montieren neuer Glasscheiben
 

3. Die Vorteile der Glasversicherung

Der Abschluss einer Glasversicherung wird von vielen Versicherungsexperten empfohlen, vor allem dann, wenn ein Haus mit zahlreichen Glasscheiben versehen ist. Vor allem dann, wenn ein Wintergarten gebaut wird, sollte dieser zusätzliche Versicherungsschutz vereinbart werden. Andernfalls müssen Versicherungsnehmer damit rechnen, dass diese Schäden nicht oder nicht in vollem Umfang bezahlt werden.

Bei den hohen Kosten einer Verglasung können solche Schäden große finanzielle Probleme verursachen. Es ist daher sinnvoller, die etwas höheren Kosten für die Zusatzversicherung in Kauf zu nehmen und sich vollends abzusichern. Wichtig ist allerdings, dass Versicherungsnehmer den Versicherungsumfang individuell prüfen.

Vor allem bei vorhandenen Aquarien, aber auch bei Photovoltaikanlagen endet der Versicherungsschutz nicht selten. Auch für sie ist es aber wichtig, einen zusätzlichen Versicherungsschutz zu vereinbaren und die Glasversicherung entsprechend zu erweitern.

Die Vorteile der Glasversicherung:

  • zusätzlicher Versicherungsschutz auch für größere Glasfronten
  • Absicherung der Kosten für Glasschäden
  • Vermeidung finanzieller Probleme

4. Für wen die Glasversicherung sinnvoll ist

Eine Glasversicherung sollte immer dann vereinbart werden, wenn größere Glasfronten oder große Glasscheiben am Haus verbaut wurden. Daher ist die Glasversicherung für alle Hausbesitzer sinnvoll, die etwa einen Wintergarten ihr Eigen nennen.

Auch dann, wenn größere Balkonverglasungen vorhanden sind oder die Hausbesitzer umfangreich modellierte Glasscheiben eingesetzt haben, ist die Zusatzversicherung durchaus zu empfehlen. Da die Mehrkosten meist vergleichsweise gering sind, stehen sie in keinem Verhältnis zu den Kosten, die bei einem Schaden zu tragen sind.

5. Die individuelle Ausgestaltung der Glasversicherung

Glasversicherungen bieten sehr unterschiedliche Ausstattungsmerkmale. Es ist daher wichtig, dass sich Versicherungsnehmer vorab hierüber informieren und genau prüfen, ob der Versicherungsumfang ausreichend ist.

Zu beachten ist dabei, dass etwa Sonderausstattungen wie ein Aquarium sowie die bei einer Beschädigung möglichen Folgeschäden oft nicht versichert sind. Hier ist es wichtig, einen Zusatzvertrag zu vereinbaren und auch Schäden am Aquarium mit versichern. Gleiches gilt, wenn sich Hausbesitzer für eine Photovoltaikanlage entschieden haben. Auch hier sind größere Glasscheiben verbaut, die bei einem Sturm oder bei Hagel Schaden nehmen können. Beim Aufbau einer solchen Anlage, für die sich aus Umweltgründen immer mehr Hausbesitzer entscheiden, ist daher ein zusätzlicher Passus in der Glasversicherung wichtig.

6. Bei welchen Glasschäden greift welche Versicherung?

Welche Glasschäden werden von der normalen Gebäudeversicherung übernommen?

Die Wohngebäudeversicherung bezahlt Schäden an der Gebäudeverglasung wie Fenster und Türen die durch Unwetter, Leitungswasser und Feuer entstanden sind. Werden zum Beispiel Fenster durch große Hagelkörner beschädigt – wie beim Jahrhunderthagel im Jahr 1984, der quer durch Oberbayern verheerende Schäden anrichtete, – dann bezahlt die Gebäudeversicherung den Schaden. Neben dem reinen Glasschaden sind immer auch die dabei entstehenden Folgekosten wie zum Beispiel Aufräumkosten versichert.

Welche Glasschäden werden von der Hausratversicherung übernommen?

Bei einer Hausratversicherung ist in der Regel die Mobiliarverglasung – also Möbel, Dekorations- und Gebrauchsgegenstände aus Glas bzw. mit Glasscheiben – versichert. Und zwar ausschließlich gegen Schäden, die durch Feuer, Leitungswasser und Sturm sowie Einbruchdiebstahl und Vandalismus entstanden sind.

Wird also ein Glastisch bei einem Brand beschädigt, dann bezahlt die Hausratversicherung.

Welche Glasschäden werden von der zusätzlichen Glasversicherung übernommen?

Eine Glasversicherung gibt es als eigenständige Police sowie als Zusatzversicherung zu Hausrat- und Gebäudeversicherung. Bei einer zusätzlichen Glasversicherung sind alle Glasschäden abgesichert – sowohl an der Gebäudeverglasung als auch an der Mobiliarverglasung. Die Glasversicherung greift zum Beispiel in dem Fall, wenn man aus Versehen einen schweren Gegenstand auf den Glastisch fallen lässt, so dass die Platte zerbricht. Gebäude- und Hausratversicherung bezahlen dagegen die Schäden verursacht durch Unwetter, Brand und Leitungswasser.

Glasbruch

Was ist durch die Glasversicherung alles versichert?

Eine Glasversicherung deckt Schäden an der Außenverglasung und an der Mobiliarverglasung ab:

Außenverglasung: komplette Fenster eines Gebäudes, Türen mit Glas, Wintergärten, Veranden, Balkone.

Mobiliarverglasung: Glasscheiben und Glasplatten von Bildern, Schränken, Spiegeln, Tischen und Vitrinen, Glasscheiben und Sichtfenster von Öfen, Elektro- und Gasgeräten, Glas- und Kunststoffscheiben von Duschkabinen, Glasscheiben von Türen und Fenstern innerhalb der Wohnung, Glasscheiben von Wand-, Säulen- und Treppenverkleidungen innerhalb der Wohnung, Glaskeramik- und Induktions-Kochflächen, Glasscheiben von Aquarien und Terrarien, Möbel und Waschtische aus Glas, Plexiglas oder Acryl.

Was ist von der Glasversicherung nicht versichert?

Die Glasversicherung kommt nicht für Schäden auf, die an den Bildschirmen elektronischer Geräte entstanden sind, zum Beispiel am Display eines Smartphones oder am Screen eines Laptops. Auch Brillen, Vergrößerungsgläser, Trinkgläser, Geschirr, Glühbirnen, Handspiegel und Photovoltaikanlagen sind nicht in der Glasversicherung enthalten.

Wann liegt ein Schaden vor?

Ein Schaden, der von der Glasversicherung reguliert wird, setzt einen echten Glasbruch voraus. Deshalb heißt die Versicherung auch oft „Glasbruchversicherung“. Versicherungsschutz besteht nicht bei Kratzern oder Muschelausbrüchen. Auch wenn eine Fensterscheibe an den Rändern undicht geworden ist, ist kein Glasschaden entstanden.