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Haus Baustelle

Die Bauherrenhaftpflicht gehört für Häuslebauer, aber auch für Renovierer und Modernisierer zu den wichtigsten Absicherungen überhaupt. Für einen geringen Beitrag schützt die Versicherung den Bauherren vor etwaigen Schadenersatzansprüchen Dritter, die bei Unfällen auf der Baustelle geschädigt wurden.

  1. Die Bauherrenhaftpflicht im Überblick
  2. Die Leistungen der Bauherrenhaftpflicht
  3. Die Vorteile der Bauherrenhaftpflicht
  4. Für diese Personen eignet sich die Bauherrenhaftpflicht
  5. Die individuelle Ausgestaltung der Versicherung
  6. Was kann auf einer Baustelle alles passieren?

1. Die Bauherrenhaftpflichtversicherung im Überblick

Eine Baustelle bietet ein großes Gefahrenpotenzial. Grundsätzlich muss ein Bauherr dafür sorgen, dass diese Gefahren so gering wie möglich gehalten werden, um Schäden an Personen weitgehend zu vermeiden. Natürlich kann ein Bauherr nicht immer auf der Baustelle sein und den Fortgang der Arbeiten überwachen. Dennoch wird er gesetzlich dafür verantwortlich gemacht, wenn etwa ein Gerüst durch einen Sturm umfällt und ein geparktes Auto beschädigt. Auch dann, wenn ein Besucher auf der Baustelle stürzt und sich Verletzungen zuzieht, muss der Bauherr hierfür aufkommen. Unabhängig davon, ob er tatsächlich dafür verantwortlich gemacht werden kann oder nicht.

Als Besitzer der Baustelle müssen Bauherren für alle Personen- und Sachschäden aufkommen, die hier entstehen. Je nach Schadensumfang kann es durchaus um Schäden im sechs- bis siebenstelligen Bereich handeln. Vor allem dann, wenn Menschen verletzt werden und länger behandelt werden müssen, können enorme Schadenssummen entstehen. In der Folge droht nicht nur das Bauprojekt zu platzen, es droht auch der finanzielle Ruin des Bauherren und seiner Familie. Es ist daher wichtig, sich vor derartigen Risiken zu schützen und eine Bauherrenhaftpflichtversicherung abzuschließen.

2. Die Leistungen der Bauherrenhaftpflicht

Wenn ein Unfall auf der Baustelle passiert ist und Schadenersatzanforderungen Dritter gestellt werden, wird die Versicherung zuerst prüfen, ob und in welchem Umfang diese berechtigt sind. Wird festgestellt, dass die Ansprüche berechtigt sind, wird die Versicherung die jeweiligen Personen- bzw. Sachschäden entsprechend der Versicherungssummen leisten. Bei Personenschäden wird zum Beispiel die Arzt- und Krankenhausbehandlung übernommen, auch Schmerzensgelder oder Kosten für eine Rehabilitation sind enthalten.

Bei Sachschäden hingegen wird der jeweilige Schadensumfang ermittelt und reguliert. Damit ausreichend Deckung vorhanden ist, sollten diese Versicherungssummen hoch genug vereinbart werden. Sollte die Schadenssumme nämlich die Versicherungssumme übersteigen, müsste der Versicherungsnehmer trotz vorhandenem Versicherungsschutz Geld aus seinem Privatvermögen einsetzen. Um wirklich alle Kosten decken zu können, wird die Bauherrenhaftpflicht in der Regel mit Versicherungssummen von mehreren Millionen Euro angeboten. Wichtig ist, dass diese sowohl für Personen- wie auch für Sachschäden gelten.

Diese Leistungen bietet die Bauherrenhaftpflichtversicherung:

  • Übernahme berechtigter Personenschäden (Behandlungskosten, Reha-Kosten)
  • Übernahme berechtigter Sachschäden (beschädigte Fahrzeuge, Zäune etc.)
  • Übernahme berechtigter Vermögensschäden
  • Abwehr unberechtigter Ansprüche

Für Vermögensschäden hingegen wird meist ein geringerer Betrag festgelegt, da diese Schäden oft nur geringfügig sind. Es handelt sich hierbei um Kosten, die im Zusammenhang mit dem eigentlichen Schaden entstehen. Wird etwa ein Auto beschädigt und kann der Betroffene hierdurch einen gebuchten Flug nicht wahrnehmen, muss die Versicherung eventuelle Storno- oder Umbuchungsgebühren tragen.

Sollte sich nach Prüfung des Sachverhaltes ergeben, dass die Ansprüche des Betroffenen nicht berechtigt sind, kann die Versicherung diese natürlich auch ablehnen. Sie schützt den Versicherungsnehmer also vor unberechtigten Ansprüchen und tritt in diesem Zusammenhang als eine Art Rechtsschutzversicherung auf.

 

3. Die Vorteile der Bauherrenhaftpflicht

Ein Hausbau ist für Bauherren meist sehr anstrengend und zeitaufwändig. Sollte ein Unfall passieren und Schadenersatzansprüche bestehen, kann dies den Bau verzögen und gleichzeitig den Bauherren extrem belasten. Da hilft es, wenn die Versicherung eintritt und diesen Schaden behebt. Bauherren müssen sich in der Regel nicht um die Regulierung der Schäden kümmern und können sich so ganz auf ihren Hausbau oder auf die anstehenden Renovierungsarbeiten konzentrieren. Hinzu kommt, dass ein solcher Unfall den Bauherren nicht finanziell belastet und der Hausbau nicht gefährdet ist. Zudem muss kein Privatvermögen eingesetzt werden, um etwaige Schäden zu regulieren. Letztlich hat die Bauherrenhaftpflicht auch den Vorteil, dass unberechtigte Ansprüche schnell abgewiesen werden können. Die Versicherung tritt in einem solchen Fall für ihren Kunden ein und sorgt dafür, dass wiederum keine Belastung entsteht.

Ein ebenfalls sehr großer Vorteil der Bauherrenhaftpflicht ist der geringe Preis, der hierfür berechnet wird. Im Vergleich zu den möglicherweise sehr hohen Versicherungssummen, die im Schadensfall bezahlt werden müssen, ist die Versicherung enorm günstig.

Diese Vorteile bietet die Bauherrenhaftpflicht:

  • schnelle Regulierung von Schäden
  • Schutz vor hohen Schadenersatzansprüchen
  • kostenfreie Abwehr von unberechtigten Ansprüchen
  • günstige Prämien

4. Für wen der Abschluss einer Bauherrenhaftpflicht lohnend ist

Wie der Name „Bauherrenhaftpflicht“ schon aufzeigt, ist ein solcher Vertrag für alle Bauherren lohnend, unabhängig davon, ob ein Haus neu gebaut, renoviert oder modernisiert wird. In allen Fällen können Situationen entstehen, in denen sich ein Mensch verletzt oder eine Sache beschädigt wird. Die Versicherung tritt in solchen Fällen ein und übernimmt die entstandenen Kosten. Damit ist der Abschluss für alle Bauherren sinnvoll und aufgrund der geringen Preise in der Regel auch problemlos möglich.

Bauherrenhaftpflicht Ausgestaltung

5. Die individuelle Ausgestaltung der Bauherrenhaftpflicht

Beim Abschluss einer Bauherrenhaftpflicht bieten die Versicherungsunternehmen verschiedene Vertragsgestaltungen, die je nach Bedarf genutzt werden können. Wichtig ist dabei zum Beispiel die Vereinbarung der Laufzeit, die zwischen sechs, zwölf und 24 Monate möglich ist. Sollte die Laufzeit zu kurz gewählt werden, besteht ggf. zum Ende der Bauzeit kein Versicherungsschutz mehr, was unbedingt vermieden werden sollte. Zudem sollte vereinbart werden, ob und in welcher Höhe Eigenleistungen möglich sind. Planen Bauherren Eigenleistungen, steigt das Risiko von Schäden, was den Versicherungspreis im Vergleich etwas erhöhen könnte. Bis zu einem Betrag von 25.000 Euro sind Eigenleistungen meist im Vertrag mit versichert, bei höheren Beträgen hingegen werden Prämienzuschläge fällig. Dennoch ist es wichtig, wirklich alle Angaben wahrheitsgemäß durchzuführen, um den Versicherungsschutz nicht zu gefährden.

Höhe des Versicherungsschutzes

Die Höhe der Deckungssummen in der Bauherrenhaftpflicht variieren, manche Versicherungen bieten bis zu 50 Mio. Deckungssumme an. Für ein normales Einfamilienhaus gilt als Untergrenze ein Betrag von 3 Mio. Allerdings sind es die Personenschäden, die besonders teuer werden können. Wer ganz sicher gehen möchte, der schließt eine Versicherung mit einer Deckungssumme von 10 Mio. Euro ab. Häufig ist der Unterschied in der Prämie nicht besonders groß. Der Beitrag zur Bauherrenhaftpflicht hängt außerdem noch von anderen Faktoren ab: Je kürzer die Bauzeit, desto geringer die Prämie. Wer schnell ist, kann bei manchen Versicherungen einen Rabatt bekommen. Dagegen kann der Anteil der Eigenleistung die Prämie nach oben schrauben, denn die Versicherungen schätzen Profi-Arbeit als sicherer ein. Grundsätzlich richtet sich der Beitrag für die Bauherrenhaftpflichtversicherung nach der veranschlagten Bausumme.

Eigenleistung in der Bauherrenhaftpflicht

Nicht selten übernehmen Bauherren einige Arbeiten selbst oder holen sich Unterstützung von Verwandten, Freunden oder Nachbarn. Daher ist der Einschluss von Eigenleistung in der Bauherrenhaftpflichtversicherung wichtig, damit der Bauherr und seine Helfer gegen Schadenersatzansprüche geschützt sind. Will der Bauherr die Planung und Bauleitung selbst ausführen, dann sollte er sich vorher informieren, ob diese Eigenleistung in der Bauherrenhaftpflichtversicherung eingeschlossen ist.

Zeitraum der Bauherrenhaftpflichtversicherung

Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung wird meist für eine Zeit von bis zu 2 Jahren abgeschlossen und mit einem Einmalbeitrag bezahlt. Nach Beendigung der Bauarbeiten auf der Baustelle bzw. wenn das Haus bezugsfertig ist, erlischt die Versicherung.

Wichtig ist, die Bauherrenhaftpflicht schon vor den ersten Arbeiten abzuschließen, damit sie vom ersten Tag der Bauphase an gültig ist.

Unfall Baustelle

6. Was kann auf einer Baustelle passieren?

Als Bauherr benötigt man nicht nur eine Wohngebäudeversicherung, sondern auch eine spezielle Bauherrenhaftpflichtversicherung. Denn der Besitzer der Baustelle haftet für alle Personen- und Sachschäden, die in der Bauphase auf der Baustelle passieren. Und das können ganz verschiedene Schäden sein: Ein Sturm bläst das Gerüst um, so dass es auf einen geparkten Wagen fällt. Oder starker Gewitterregen setzt die Baugrube unter Wasser und löst einen Erdrutsch aus, der auch das Nachbargrundstück absacken lässt.

Noch schlimmer sind Personenschäden: Ein Besucher verletzt sich zum Beispiel auf der Baustelle, weil eine Grube nicht ausreichend abgesichert war oder Baumaterialien unsicher gelagert waren. Selbst ein vereister Bürgersteig vor der Baustelle kann Schadenersatzansprüche nach sich ziehen, wenn ein Passant ausrutscht und sich dabei verletzt.

Der Bauherr muss bei allen diesen Schäden haften. Außerdem ist er in der Pflicht, seine Baustelle so abzusichern, dass sie niemand unbefugt betreten kann. Kommen neugierige Kinder beim Spielen auf der Baustelle zu Schaden, dann hilft es auch nicht, dass der Bauherr ein Schild „Eltern haften für Ihre Kinder“ angebracht hat. Wer nicht dafür sorgt, dass die Baustelle ausreichend mit einem Zaun bzw. einer Absperrung gesichert und Gruben ausreichend zugedeckt sind, haftet trotzdem. Auch wenn ein Sturm die Absperrung kurz zuvor umgeworfen hat. Eine Bauherrenhaftpflichtversicherung ist gemessen an den kostspieligen Schäden, die auf einer Baustelle entstehen können, eine geringe Investition.